Donnerstag, 12. Januar 2012 vorheriges nächstes

Wie Google Web Marketing 2012 verändert

Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist eines der Schlüsselwörter, wenn es um die erfolgreiche Platzierung und Vermarktung von Web-Content geht. Für eine prominente Platzierung spielt hierbei stets die Anzahl der auf die eigene Seite verweisenden Links, der verweisende Link-Text (enthält er das relevante Keyword?) und die Relevanz der verlinkenden Seite (BBC vs. Linkfarm) eine wichtige Rolle. Durch die Eingabe des einfachen Link-Suchbefehls (link:http://www.meine-website.de) in eine Suchmaschine konnte man einen Einblick in diese Link-Strukturen bekommen, indem als Ergebnis die auf die abgefragte URL verlinkende Seiten angezeigt wurden. Diese Abfrage unterlag jedoch zumindest bei Google stets insofern Limitierungen, als nur eine (willkürliche?) Auswahl von verweisenden Seiten angezeigt wurde, nicht das volle Spektrum. Obwohl diese eingeschränkte Auflistung von verweisenden Websites bei Google noch immer funktioniert, wurde die Dokumentation bereits im Mai 2008 aus Googles Hilfeseiten entfernt. Damals waren noch folgende Angaben enthalten:

Wer linkt zu Ihnen?

Einen Ausweg bot hier immer der Yahoo Site Explorer, der bei Eingabe einer Linksuche alle verweisenden Webpages anzeigte. Dies hat sich geändert: da Yahoo sich hinsichtlich seiner Anstrengungen, Google Konkurrenz zu machen, geschlagen gegeben hat und die Suchergebnisse von Yahoo jetzt von Microsofts Bing gefüllt werden, wurde Yahoos Site Explorer in die Bing Webmaster Tools integriert:

Yahoo Site Explorer

So die offizielle Ankündigung. De facto hat aber keine Integration, sondern eine Stilllegung dieser Funktionalität stattgefunden. Eine Linksuche nach dem Samwer-Airbnb-Copycat-Hype-Kandidaten Wimdu ergibt nur 9 verweisende Webpages:

Wimdu Link-Suche auf Bing

Schon die reduzierte Ergebnisliste von Google kommt hier auf 175 Treffer. Dass Bing die Linksuche nicht mehr unterstützt, wurde mittlerweile auch offiziell bestätigt. Wieviele Links mit welchen Linktext tatsächlich auf Wimdu verweisen (über 10.000), kann man sich mit Tools wie z.B. SEOmoz’ Open Site Explorer anzeigen lassen:

Wimdu Open Site Explorer

Diese Entwicklungen sind aber nicht die einzigen Rückschritte in puncto Transparenz. So hat Google vergangenen Oktober damit begonnen, Publishern die Keywords zu verbergen, die organischen Traffic auf ihre Seite gebracht haben:

Google Keyword Reporting

Als Begründung wurde von Google der Schutz der Privatsphäre genannt. Verwunderlich ist dann allerdings, warum zahlenden Advertisern diese Informationen nicht vorenthalten werden. Wie Danny Sullivan richtig bemerkt, scheint Privatsphäre folglich eine Frage des Preises zu sein. 2011 markierte damit einen Wendepunkt: Google steckt nun viel enger ab, welche Informationen wie zur Erzielung von Wettbewerbsvorteilen preisgegeben oder versteckt werden. Diese Entwicklungen werden sich auch 2012 fortsetzen, wobei Google auch immer stärker das Spektrum des eigenen Geschäftsmodells ausweiten und damit auch seinen Advertisern Konkurrenz zu machen droht.

Dies betrifft insbesondere folgende Felder:

  • Suchresultate werden stärker direkte Antworten statt nur Verweise auf passende Websites sein
  • Google wird zunehmend Konkurrent transaktionsbasierter Modelle; Buchungssysteme gleich welcher Branchen (Reisen, Restaurants, etc.) müssen sich warm anziehen

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