Augmented Reality: Pokémon Go erobert die Welt im Sturm

11. Juli 2016 Agnieszka M. Walorska (@agaw)

Das von Nintendo lizensierte Software-Unternehmen Niantic Labs hat letzten Freitag seine Augmented Reality App namens Pokémon Go im amerikanischen und australischen Google Play Store veröffentlicht. Obwohl die App aufgrund zu starker Serverauslastung auf dem europäischen Markt aktuell nur über Umwege per Apk-Download erhältlich ist, befindet sich Pokémon Go bereits auf bestem Kurs, Twitter in Sachen Nutzerzahlen den Rang abzulaufen.

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Quelle: SimilarWeb

Im Google Play Store unlängst an der Spitze der Downloadcharts angekommen, lässt Pokémon Go bereits App-Giganten wie Snapchat oder Instagram hinter sich.

So befindet sich die App nur wenige Tage nach dem Launch bereits auf rund 6 Prozent aller Android Geräte und hat ganz nebenbei den Marktwert von Nintendo um 7,5 Milliarden USD gesteigert.

Nintendo-Gewinn Pokemon Go

Quelle: Bloomberg

Was sind die Gründe für den Hype?

Das Pokémon-Universum fesselt schon seit Jahrzehnten Generationen von Gamern an Nintendos Handhelds. Pokémon Go schafft es nun, dieses Faszinosum auch auf das Smartphone und in den realen Raum zu übertragen. Mittels GPS-basierter Ortung des Nutzers kann dieser sich durch ein an Google Maps angelehntes virtuelles Abbild seiner Umgebung bewegen und findet dort Bauwerke, Sehenswürdigkeiten und Landschaftsbilder in seiner Nähe wieder, mit denen er im Vorbeigehen interagieren kann und im Zuge dessen er In-App Gegenstände findet.

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Augmented Reality und Geocaching

Beim Erkunden dieser sogenannten Poké-Stops trifft der Nutzer auf seinem Weg immer wieder wilde Pokémon an, die es zu fangen, zu sammeln und zu trainieren gilt. Trifft der Nutzer auf ein Pokémon, aktiviert die App die Kamerafunktion des Smartphones und lässt so das Pokémon auf dem Bildschirm erscheinen: zwischen den Menschen in der Fußgängerzone, auf der Plattform des Fernsehturms, oder sogar in unserem Büro.

Pokemon-Besuch

Das Spiel kombiniert damit gekonnt die Einsatzmöglichkeiten von Augmented Reality mit der Virtualisierung von Geochaching, das als GPS-basierte Schnitzeljagd schon länger über eine eingefleischte Fan-Gemeinde verfügt.

Das Auftreten der Pokémon ist dabei keinesfalls willkürlich. So findet man etwa in der Nähe von Kanälen und Seen Pokémon des Wassertyps und der Besuch auf dem Friedhof lässt Geist-Pokémon erscheinen. Wurde das Pokémon erfolgreich gefangen, wird dem Nutzer die Möglichkeit gegeben, seinen Fang per Screenshot mit der Welt zu teilen und seine Freunde über die Location des Auftretens des jeweiligen Pokémons zu informieren.

Konsequenzen und wirtschaftliches Potenzial

Gamer, die getreu dem Stereotyp eigentlich nur blass zwischen Pizzakartonstapeln im Keller anzutreffen sind, machen plötzlich in Scharen die Straßen und Parks unsicher, treffen ohne Verabredung im Freien bei der Jagd auf ein Pokémon aufeinander und lassen Fahrrad und Auto stehen, um auf dem Weg zur Arbeit zu Fuß fleißig Pokémons einsammeln zu können – und laufen dabei schon mal gegen Bäume und Drehtüren.


Pokémon-Mania im Park bei Sichtung eines seltenen Pokémon

Indem Geschäfte zu Poké-Stops werden, verzeichnen sie plötzlich einen Zulauf potenzieller Kunden. Augmented Reality scheint mit Pokémon Go damit auf einem Schlag im Massenmarkt angekommen zu sein.

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