CES 2018 – Mercedes-Benz stellt intelligentes Infotainmentsystem MBUX vor

12. Januar 2018 Alexander Braun (@almarrone)

Heute geht in Las Vegas die größte Consumer-Electronics-Messe CES zu Ende. Von Wearables über Fernseher, Voice Assistents bis Prozessoren versuchen sich alle Hersteller von Rang und Namen stets um die Aufmerksamkeit der Besucher und Weltöffentlichkeit zu überbieten. Dieses Jahr haben Autos allen anderen Kategorien die Show gestohlen.

Mit Begeisterung wurde das neue Infotainmentsystem namens “MBUX” (Mercedes Benz User Experience) von Mercedes-Benz aufgenommen. Überraschend kam für viele zudem die Ankündigung, dass das neue System in der A-Klasse und nicht in der S-Klasse sein Debut feiern wird.

Mercedes-Benz MBUX Ansicht (Quelle: mercedes-benz-passion)

Dies betont die Bedeutung bei Mercedes, die jüngere Generation für sich zu begeistern. Dabei greift Mercedes-Benz auf ein bekanntes Bedienkonzept zurück. Das auf Sprachbefehle ausgelegte System wird aktiviert, indem man “Hey Mercedes” sagt – ähnlich zum Smartphone-Steuerungskonzept von Apple mit “Hey Siri”.

Künstliche Intelligenz

Das neue Infotainmentsystem lässt sich wie etwa bei Tesla over-the-air mit Updates versorgen und bedarf somit keines Werkstattbesuchs, wenn Updates für das System anstehen. Somit kann schneller auf Sicherheitslücken reagiert und neue Funktionen per Updates freigeschaltet werden.

Mercedes-Benz MBUX Live Traffic (Quelle: mercedes-benz-passion)

Mittels künstlicher Intelligenz und natürlichem Sprachverstehen gehorcht die Linguatronic der MBUX auf fast jedes Wort. Sie ermöglicht dem Nutzer mittels natürlichen Sätzen bzw. kontextbezogenen Sätzen über das Infotainment-System das Fahrzeug zu bedienen. Eine Aussage wie „Mir ist kalt“ führt so beispielsweise dazu, dass die Temperatur im Fahrzeug um zwei Grad erhöht wird.

„Wir verwenden künstliche Intelligenz, um dem Nutzer auf Basis seiner Gewohnheiten individuelle Vorschläge zu machen.“ – Sajjad Khan, Vice President Digital Vehicle & Mobility bei Daimler

Nutzer im Fokus

Viele Funktionen hat sich Mercedes Benz bei Smartphones abgeguckt und eine auf “Apps”-basierte Navigationsstruktur implementiert. Ein Highlight des Systems ist eine in Echtzeit generierte Abbildung des eigenen Fahrzeugs. So kann man die Lenkbewegung des Fahrzeugs anhand der Drehbewegungen am Lenkrad auf dem Display verfolgen. Oder der Kofferraum lässt sich mit einem Klick auf dem virtuellen Kofferaum öffnen. Ein Durchforsten des Menüs fällt somit weg. Die Interaktion des Systems erfolgt über Touchscreens, einem Trackpad oder über Sprache, wobei sämtliche Abläufe auf Basis von Hochleistungs-GPUs von Nvidia extrem flüssig sind.

Infotainment MBUX Ansicht Navigation (Quelle: mercedes-benz-passion)

Infotainment MBUX Ansicht Fahreinstellung (Quelle: mercedes-benz-passion)

Infotainment MBUX Ansicht Apps (Quelle: mercedes-benz-passion)

Praktikabler Einsatz von Smartwatches

MBUX erlaubt dem Fahrer ebenfalls per Smartwatch auf Funktionen des Infotainmentsystems zuzugreifen. Hierbei setzt Mercedes-Benz auf das Betriebssystem Android Wear 2.0. Der Nutzer erhält die Funktionen “Send2Car”, bei dem Adressen oder Point of Interests direkt ans Fahrzeug gesendet werden können. Der Dienst “Fahrzeugstandort” zeigt den Standort des Fahrzeugs in einem Umkreis von 1,5 km an.

Es bleibt zu beobachten, ob das neue Bedienungskonzept bei Kunden ebenso euphorisch aufgenommen wird wie von der Fachwelt und wie andere Hersteller darauf antworten werden. Aus Perspektive der Nutzerfreundlichkeit scheint Mercedes in jedem Fall eine Menge richtig gemacht zu haben.

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