Digitale Transformation: Die Statistik, die jeden CEO um den Schlaf bringen sollte

29. Februar 2016 Alexander Braun (@almarrone)

Dass das Internet eine Vielzahl von Industrien bereits grundlegend verändert hat, ist keinem Manager verborgen geblieben. Technologie fungierte zunächst als Enabler, um Reisebüros größtenteils überflüssig zu machen, die Medienbranche von Musik über Zeitungen bis hin zum Bewegtbild grundlegend umzukrempeln oder etwa den Versand- und Einzelhandel auf neue Player zu verlagern.

Aktuell sehen sich Banken, Versicherungen, Hotels, Automobilhersteller und Transportdienstleister ebenso von Eindringlingen in ihrem angestammten Geschäft bedroht wie Pharma- und Healthcare-Unternehmen, Telekommunikationsanbieter, Stromanbieter und Konsumgüterhersteller. Die Kette lässt sich beliebig über alle Industrien fortsetzen, wobei einzig der Transformationsbeginn und ihre Geschwindigkeit voneinander abweicht.

Deloitte Digital Disruption Map

Gemeinsam haben all diese Entwicklungen, dass sie nicht von den angestammten Playern der jeweiligen Industrie ausgehen, sondern von Technologieunternehmen, die als Neulinge in diese Branchen eindringen. Sie fliegen auf diese Weise häufig lange unter dem Radar der Konkurrenzanalysen und adressieren zunächst auch ein anderes Segment an Kunden, so dass sie nicht als ernstzunehmende Konkurrenz wahrgenommen werden. Dadurch haben sie sich als umso gefährlicher für etablierte Player herausgestellt: Während zumindest die Chance besteht, die Auswirkungen bekannter technologischer Entwicklungen auf das eigene Geschäft abzuschätzen und entsprechende strategische Vorkehrungen treffen zu können, ist dies bei unbekannten Technologien gänzlich unmöglich.

Vor dem Hintergrund der enormen Entwicklungsdynamik ist es allerdings nahezu unvermeidbar, nicht eine entscheidende Technologie zu verpassen, die die eigene Geschäftsgrundlage schon morgen grundlegend in Frage stellt. Erschwert wird der Überblick durch den beschriebenen Umstand, dass die digitale Disruption nicht an die traditionellen Grenzen von Industrien gebunden ist und branchenübergreifende Analysen erfordert.

Disruption von 80 Prozent der Unternehmen durch unbekannte Technologien in nur 2 Jahren

Dies belegt eine Studie der Singularity University eindrucksvoll: In einem der angebotenen Programme wird CEOs von Fortune 500 Unternehmen der Stand technologischer Entwicklungen vorgestellt. Befragt nach ihrem Wissen über die Existenz dieser Entwicklungen gaben 75 Prozent der Unternehmensführer an, keine Kenntnis von diesen gehabt zu haben.

Bewusstsein neuer Technologien

Anschließend nach ihrer Einschätzung der Auswirkung dieser technologischen Entwicklungen auf ihr Geschäft befragt, gaben 80 Prozent der CEOs an, dass diese Technologien die Spielregeln ihrer Industrie in einem Zeitraum von nur 2 Jahren grundlegend verändern werden – in einem Zeitraum von 5 Jahren gingen sogar 100 Prozent von einer grundlegenden Umwälzung aus.

Einschätzung Auswirkung

Aktuelle technologische Entwicklungen, von denen 75 Prozent der Unternehmenslenker keine Kenntnis haben, werden 80 Prozent ihrer Unternehmen und Geschäftsmodelle folglich innerhalb von nur 2 Jahren grundlegend in Frage stellen.

Höchste Zeit also, sich mit diesen Technologien vertraut zu machen und den Bereich des nicht bekannten Unwissens zu reduzieren, um in den verbliebenen 2 Jahren überhaupt noch die Weichen stellen zu können.

Zukunft sichern: Umfeldanalyse und Digital Maturity Assessment

Hierfür ist die Betrachtung von zwei Dimensionen der Unternehmenswelt von entscheidender Bedeutung:

  1. Umfeld: Welche Trends zeichnen sich ab? Über die Umfeldanalyse kann der Raum des Unbekannten reduziert und können Auswirkungen technologisch induzierter Entwicklungen auf die eigene Geschäftstätigkeit abgeschätzt werden (wir unterstützen Sie hier gerne mit unseren Trend- und Umfeldanalysen).
  2. Innenwelt: Welche Kompetenzen bestehen in der Organisation und welche Lücken sind zu schließen? Um die eigenen Fähigkeiten den Erfordernissen künftiger Entwicklungen anzupassen und konkreten Handlungsbedarf zu identifizieren, muss der aktuelle Reifegrad der Organisation im Umgang mit dem digitalen Wandel erhoben werden (unser Digital Maturity Assessment gibt hier einen ersten Einblick).

Erfordernis Digitalkompetenz und Führungskompetenz

Aus 20 Jahren Erfahrung mit dem Internet und der Entwicklung digitaler Geschäfte sowie der täglichen Arbeit mit unseren Kunden haben wir für unser Digital Maturity Assessment zwei zentrale Kompetenzdimensionen identifiziert, die für den Erfolg im Umgang mit den anstehenden Veränderungen entscheidend sind: Digitalkompetenz und Führungskompetenz.

Ohne Digitalkompetenz werden die Auswirkungen zentraler technologischer Entwicklungen auf das eigene Geschäft nicht erkannt, ohne Führungskompetenz werden die erforderlichen Maßnahmen nicht ergriffen.

Beides ist somit in gleicher Weise erforderlich, um den Erfolg des Unternehmens zu sichern. Das Potenzial des Ausbaus dieser Kompetenzen ist groß: so erzielten Unternehmen mit hoher digitaler Kompetenz und hoher Führungskompetenz (Digital Experts) eine um 26 Prozent höhere Profitabilität als der Durchschnitt ihrer Branche. Unternehmen mit einer niedrigen digitalen Kompetenz und niedrigen Führungskompetenz (Digital Rookies) hingegen wiesen eine um 24 Prozent niedrigere Profitabilität als der Branchendurchschnitt aus.

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