Redesign der Google-Suche mit Konsequenzen für SEO und SEM – Geniestreich mit Stolpersteinen

17. April 2014 Alexander Braun (@almarrone)

Unlängst hat Google seiner Suche ein neues Design verpasst. Jahrelang gab es keine großen optischen Änderungen und nun gibt es gleich eine ganze Reihe an gestalterischen Neuerungen. Was hat sich getan und was bedeutet das für SEOs und Werbetreibende? Wie wirken sich die neuen Suchergebnisse auf das Nutzerverhalten aus? Und was muss man beachten, um bestmöglich angezeigte organische und bezahlte Ergebnisse für die eigene Website zu erzielen?

Was ist neu?

Widmen wir uns zuerst dem „Big Picture“. Dank kleiner aber maßgeblicher Änderungen wirkt die Suche aufgeräumter und lesbarer. Diese Änderungen umfassen z.B. die Eliminierung aller Unterstreichungen von Links, die Vergrößerung von Ergebnisüberschriften und die Angleichung von Zeilenhöhen. Durch diese Neuerungen gleicht sich die Desktop-Suche den mobilen Suchergebnissen an und verbessert dadurch die geräteübergreifende Nutzererfahrung. Unter anderem ist dieser Punkt in Hinblick auf die vor wenigen Monaten von Google AdWords eingeführten „geschätzten Conversions“ wichtig. Dieser Wert gibt die geräteübergreifenden Conversions an. Durch die Angleichung des Designs auf allen Geräten können hier entsprechend höhere Werte erwartet werden.

Anzeigen mit mehr Aufmerksamkeit durch Angleichung an organische Resultate

Die Darstellung der via Google AdWords gebuchten und teilweise oberhalb der organischen Suchresultate dargestellten Anzeigen wurde grundlegend überarbeitet und weicht stark vom alten Design ab:

Google-Suche Anzeigendarstellung

Der gelbe Anzeigenhintergrund wurde abgeschafft und durch ein „Anzeige“-Label ersetzt. Dieses Label kennzeichnet die Anzeige einerseits deutlich als selbige, lässt sie durch das Entfernen des Hintergrunds gleichzeitig jedoch stärker mit den organischen Suchergebnissen verschmelzen. Eine Heatmap-Analyse von eyequant zeigt, dass sie dadurch wesentlich mehr Aufmerksamkeit erhalten, da User wohl bereits gewohnt waren hinterlegte Flächen in den Suchresultaten als Werbung wahrzunehmen und zu überspringen:

Google-Suche Heatmap

Verkürzung sichtbarer Seitentitel durch Vergrößerung der Laufweite

Eine weitere Änderung betrifft die Ergebnistitel und –Texte. Die Schrift innerhalb der Ergebnisse wurde vergrößert während die Gesamtgröße der Ergebnis-Gebinde unverändert blieb. Dadurch kann es zu abgeschnittenen Titeln kommen, was für SEOs zu einer echten Herausforderung werden kann. Das untere Bild zeigt den Unterschied zwischen Ergebnissen vor und nach dem Redesign:

Google-Suche Seitentitel

Das gleiche Ergebnis wird nun mit einem abgeschnittenen Titel angezeigt und musste ganze sechs Zeichen an den breiteren Zeichenabstand und die größere Schrift abgeben. Die gute Nachricht: man kann etwas tun. Die schlechte Nachricht: es ist schwieriger als man denkt, denn eine goldene Regel bzw. Zeichenanzahl gibt es nicht. Das liegt vor allem daran, dass unterschiedliche Zeichen unterschiedliche Breiten haben. Ein ‚O’ benötigt mehr Platz als ein ‚I’. Das gleiche gilt für groß- und kleingeschriebene, sowie fette und normale Buchstaben. Das untere Bild zeigt zwei Ergebnisse mit 40 Zeichen im Titel und den Unterschied in der Platzeinnahme durch die oben genannten Faktoren.

Google-Suche Seitentitel

Optimierung der Länge von Seitentiteln

Auf Basis einer Analyse von 28.410 Seitentiteln konnte Moz einen Mittelwert von 57,7 Zeichen bis zum Abschneiden des Titels identifizieren.

Google-Suche Länge Seitentitel

Das heißt allerdings nicht, dass der Mittelwert die Lösung ist, auf die man die Länge des Seitentitels optimieren sollte, da dann die Hälfte aller Titel weiterhin abgeschnitten wäre und zwar in einem Zeichenbereich von 42-68 Zeichen. Das folgende Bild zeigt einen abgeschnittenen 42-Zeichen-Titel:

Google-Suche Titellänge

Und dieses Bild zeigt einen Titel, der erst nach dem 68. Zeichen abgeschnitten wurde:

Google-Suche Titellänge

Eine magische Zeichenanzahl gibt es folglich nicht: mit 55 Zeichen liegt die Wahrscheinlichkeit, dass keine Zeichen abgeschnitten werden, bei 95%, bei 49 Zeichen bei 99,9%.

Um ein Abschneiden zu vermeiden und jedoch auch keinen wertvollen Zeichenraum zu verschwenden, bietet sich das „SEO-Spider“-Tool von Screamingfrog an. Dieses wurde um ein Pixel-Width-Feature ergänzt. Damit kann man alle organischen Suchergebnisse der eigenen Website auf abgeschnittene Zeichen im Titel und der Description prüfen.

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